60 Jahre Autohaus Schmidt.

60 Jahre Autohaus Schmidt.

1953 - 2013

Meilensteine des Unternehmens
  • 01.04.1953 Unternehmensgründung
  • 1958 Start des Goggo-Vertriebs
  • 1959 Fiatvertretung in Lünen
  • 1960 Fiatvertretung in Dortmund als zweitgrößter Händler in der BRD
  • 1966 Händlervertrag für BMW
  • 1968 Neubau des Autohauses an der Eisenacher Straße in Dortmund
  • 1974 Händlervertrag für Audi und Volkswagen, Neubau an der Cappenberger Straße in Lünen (Hochhaus mit Turm)
  • 1998 Neubau für BMW und MINI in Lünen
  • 1999 Neubau Audi Hangar in Lünen, Händlervertrag für MINI in Lünen
  • 2005 Neubau VW-Piazza in Lünen
  • 2006 Neubau BMW Werne
  • 2007 Übernahme Vertrieb VW/Audi in Schwerte
  • 2008 Übernahme des Exklusiv Vertriebs für Audi in Recklinghausen
  • 2009 Übernahme des Exklusiv Vertriebs für Volkswagen in Recklinghausen
  • 2010 Neubau BMW/MINI in Hamm
  • 2011 Händlervertrag für BMW in Soest
  • 2012 Neubau VW Autohaus in Schwerte

Es war das Jahr 1953, als Marianne und Erwin Schmidt beschlossen,als Marianne und Erwin Schmidt beschlossen, sich mit einem Motorradhandel in Lünen selbstständig zu machen. Zu dieser Zeit war Konrad Adenauer noch Bundeskanzler und Theodor Heuss der amtierende Bundespräsident. „Wir hätten uns im Leben nicht träumen lassen, dass wir nach 60 Jahren noch immer in unserem Geschäft aktiv sein würden, ganz abgesehen davon, dass aus einem Motorradhandel und uns zwei Personen einmal ein Unternehmen mit über 400 Mitarbeitern in 14 Autohäusern werden würde“, sagt Erwin Schmidt mit nachdenklicher Stimme und auch ein wenig Demut vor dem Erreichten und ergänzt „während meine Frau und ich abends die neuen Motorräder vom Gehweg zurück ins Geschäft geschoben haben, gingen unsere Freunde an uns vorbei in die Stadt zum Tanzen, wir haben alles aufgeräumt und für den nächsten Tag vorbereitet.“

 

Disziplin, Ehrgeiz und ganz besonders die Freude an der Tätigkeit als Kaufleute haben sich beide Unternehmensgründer bis heute bewahrt.

Dabei war es gar nicht so leicht für Erwin Schmidt, in den Fünfziger Jahren eine Erlaubnis für sein Gewerbe zu bekommen.Mit zwanzig Jahren benötigte man eine Sondergenehmigung und erst nach persönlicher Vorsprache am Privathaus des damaligen Stadtrats Oppel an einem Samstag, gab die zuständige Behörde der Stadt Lünen grünes Licht für den Start in die Selbstständigkeit. Mit Datum vom 19.03.1953 erhielt Erwin Schmidt die „Genehmigung zum Verkauf von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeug-Zubehör“, so der Original Wortlaut. Am 01.04.1953 eröffneten Marianne und Erwin Schmidt voller Stolz ihr erstes Geschäft in Lünen.

Die damalige Urkunde wird heute sorgsam im Fundus der Familie Schmidt in einem der vielen Alben aufbewahrt, die im Laufe der Firmenhistorie angelegt wurden. Nach anfänglichen Erfolgen mit dem Handel von Motorrädern und Motorrollern ließ der Boom in der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre merklich nach, die große Nachfrage war vorerst gestillt. Jetzt schlug die Stunde der Kleinwagen und im Jahr 1957 brachte das Goggomobil frischen Schwung in den Kraftfahrzeughandel der Familie Schmidt und begründete gleichzeitig den Einstieg in den Handel mit Automobilen. Der Goggo rollte Waggonweise an und wurde am damaligen Nord-Bahnhof an der Ladestraße, dem heutigen VW/Audi Areal, angeliefert. „Jedes Motorrad und jeden Motorroller musste einzeln vom Bahnhof zu unserem Verkaufsraum geschoben werden, das war Knochenarbeit, denn die Motorräder und -roller waren ja noch verpackt,“ berichtet Erwin Schmidt.

Die Fünfziger Jahre waren auch die Zeit, als zum Beispiel der Koreakrieg seinen Anfang nahm und die Menschen in Deutschland, gerade war ja erst der zweite Weltkrieg beendet, sich wieder Sorgen machen mussten. Im Pazifik bahnte sich ein Konflikt der USA mit China an, der im letzten Moment von Präsident Harry S. Truman verhindert werden konnte. Zeitzeugen erinnern sich sicherlich noch an die Karikaturen in deutschen Zeitungen von General Douglas McArthur und einer Atombombe. Für die heutige Generation erscheinen die Erinnerungen von Marianne und Erwin Schmidt an die Gründerjahre wie aus einer längst vergessenen Zeit, lediglich die Geschichtsbücher vermitteln noch ein abstraktes Bild. Doch Marianne und Erwin Schmidt sind ein lebendiger Teil dieser deutschen Geschichte und transportieren den Geist aus dieser Zeit in die Gegenwart.

Ende der Fünfziger Jahre und mit den beginnenden Sechziger Jahren ging auch die Zeit der Kleinwagen vom Schlage eines Goggomobils zu Ende. Das Jahr 1959 läutete den Beginn der italienischen Epoche im Hause Schmidt ein. Zunächst wurde in Lünen die Marke Fiat präsentiert und am 01.04.1960 in Dortmund an der Kaiserstraße 136 ein Fiat Autohaus eröffnet, mit dem Marianne und Erwin Schmidt, gleich nach der Fiat Niederlassung München, rasch zum zweitgrößten Fiathändler Deutschlands wurden. Im Jahr 1966 erhielt das noch junge Autohaus Schmidt dann seinen ersten BMW Händlervertrag am Standort Lünen und zwar auf dem Gelände des heutigen Audi Hangars. Mit dem ersten BMW Modell im neu gebauten Schauraum, dem 2002, fing die Erfolgsstory der Marke BMW im Hause Schmidt an.

 

 

Die Sechziger Jahre waren aber auch die Zeit, in der das erste Zechensterben im Ruhrgebiet begann. Der Rationalisierungsverband Ruhrbergbau meldete die Schließung von 31 Großschachtanlagen und 20 Kleinzechen mit der Gesamtförderung von 26. Mio. t Kohle und rund 64.000 Beschäftigten. Aber auch die Krise in der Stahlindustrie vertiefte sich in den ausklingenden Sechziger Jahren. Kein Grund für Marianne und Erwin Schmidt den Kopf in den Sand zu stecken. „Ich erinnere mich noch genau, wie die Leute uns in dieser Krisenzeit fragten, ob wir einen Atombunker bauen wollten oder wann wir denn das Loch wieder zuschütten würden“, sagt Erwin Schmidt mit einem Schmunzeln im Gesicht. Gemeint war die Ausschachtung für den Neubau des Turms an der Cappenberger Straße/ Ecke Ladestraße im Jahre 1974, einem heutigen Wahrzeichen an der Einfahrt in die Lüner City.

 

Weder durch Stahl- noch durch Zechenkrisen oder durch die 1. und 2. Ölkrise mit den autofreien Sonntagen in den Siebziger Jahren ließ sich die Familie Schmidt beirren und hielt stets an ihrer Philosophie fest, redlich zu arbeiten und das verdiente Geld beisammen zu halten, um die Firma und das bis dahin schon reichlich vorhandene Personal sicher auch durch schlechte Zeiten führen zu können. „Bis zum heutigen Tage zahlen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld; wir verlangen viel persönlichen Einsatz für unsere Kunden und stets besten Service, und das wollen wir damit ein Stück weit unseren Mitarbeitern zurückgeben“, so Erwin Schmidt.

Doch noch war das Markenportfolio nicht komplett. Nachdem sich Daimler Benz, als damaliger Mehrheitsaktionär der Auto Union GmbH (der heutigen Audi AG), von seinen Anteilen trennte wurde der Weg frei für die Marke Audi. Im Jahr 1974 erhielt das Autohaus Schmidt den Audi Händlervertrag und quasi im Huckepack der Marke Audi kam auch der Händlervertrag für die Marke Volkswagen, die in Lünen zu dieser Zeit keine Vertretung hatte.

Die Expansion von Lünen aus ging zunächst in Richtung Dortmund. Ende der Sechziger Jahre entstand an der Eisenacher Straße ein Neubau, der zunächst die Marke Fiat beherbergte und danach für die Marken Audi und Volkswagen genutzt wurde. Von Fiat trennte sich das Unternehmen Schmidt einvernehmlich in den Siebziger Jahren. Marianne und Erwin Schmidt erkannten frühzeitig das enorme Potenzial der aufstrebenden deutschen Marken BMW, Audi und Volkswagen und wollten diese mit ganzer Kraft im Großraum Lünen/Dortmund in Verbindung mit der Marke Schmidt etablieren. Mittlerweile hat dieser ehemals angestrebte Großraum Lünen/Dortmund eine Ausdehnung von rund 100 x 100 Kilometern erreicht und erstreckt sich von Recklinghausen im Westen, über Waltrop, Dortmund, Lünen, Werne und Hamm im Osten sowie südlich bis nach Schwerte und Soest im Südosten.

 

Der ursprüngliche, erste Neubau

Der ursprüngliche, erste Neubau für BMW musste im Jahr 1999 dem heutigen Audi Hangar weichen, dafür entstand an der Cappenberger Straße eine große neue Immobilie jenseits der Bahntrasse der Deutschen Bahn, die seit dem Jahr 1999 auch die Marke MINI beherbergt. Das Volkswagen Autohaus in Lünen, die Piazza, wurde im Jahr 2005 eröffnet und prägt seitdem, gemeinsam mit dem vorgelagerten Turm aus den Siebziger Jahren das Stadtbild von Lünen. Für die Marke BMW wurde in Lünen im Jahr 2006 ein Neubau in Werne eröffnet, der in kürzester Zeit die Marke BMW Schmidt über die Grenzen von Lünen hinaus bekannt gemacht hat. In der Konsequenz führte dies dazu, den Wirtschaftsraum für BMW, und somit auch die Marke Schmidt, in Richtung Hamm zu erweitern. Dort eröffnete im Jahr 2010 der neue BMW und MINI Standort.

Mit Übernahme der Exklusiv Vertriebsrechte für die Marken Audi und Volkswagen im Jahr 2008 in Recklinghausen ist die Marke Schmidt auch in westlicher Richtung mit zwei Premiummarken erfolgreich vertreten.

Nachdem 2011 der BMW Standort Soest hinzukam, ging die Familie Schmidt konsequent den Weg weiter der maßvollen Expansion weiter in Richtung Schwerte.

Nach dem dortigen erfolgreichen Markteintritt im Jahr 2007 - in einer vorübergehend gepachteten Immobilie – eröffnete man im Jahr 2012 ein eigenes Autohaus an der Hörder Straße 55, direkt an der BAB 1 gelegen. Gleichermaßen stellt dieses aktuellste Projekt der Familie Schmidt einen vorläufigen architektonischen wie auch technischen Höhepunkt dar. So ist das Autohaus nach neuester Volkswagen Architektur und Technik gebaut sowie eingerichtet und es setzt zugleich ökologische Maßstäbe. Mit Wasseraufbereitung und -rückgewinnung, ca. 600 qm begrünter Dachfläche und einem kleinen Park mit riesigen Mammutbäumen ist hier ein neues Highlight entstanden.

Das Autohaus Schmidt, welches bereits in der 2. Generation von Eric Schmidt und dessen Schwester Susanne Elsässer, gemeinsam mit den Eltern geführt wird, ist ein in der Region Lünen einzigartiges Familienunternehmen. Der im Jahr 1999 von den Ruhr Nachrichten als Unternehmer des Jahres ausgezeichnete Firmengründer Erwin Schmidt betont, dass auch heute noch der Geist der Gründer im Unternehmen vorherrscht. Verantwortung für die Mitarbeiter, die Kunden und das gesamte regionale Umfeld prägen das Unternehmen heute wie früher. Im Laufe der vergangenen 60 Jahre wurden rund 1.500 junge Menschen ausgebildet, ein großer Teil der mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist seit 25 Jahren und länger im Unternehmen beschäftigt und viele Führungskräfte werden aus den eigenen Reihen rekrutiert. Mit Max Elsässer, dem Enkelsohn der Unternehmensgründer Marianne und Erwin Schmidt, steht die dritte Generation bereits in den Startlöchern.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft ist in den vergangenen sechs Jahrzehnten, jedes Jahr aufs Neue, gelegt worden.